Seit vier Tagen sind wir nun auf der Insel Lesbos unterwegs.
Im Westen faszinierende, karge Landschaften mit intensiver
Viehzucht, kleinen Dörfern mit schattigen Plätzen unter riesigen, uralten
Platanen, dem einzigen bedeutenden Winzer der Insel, dem versteinerten Wald, wo
Baumriesen zu bewundern sind, die bei einem Vulkanausbruch von Asche
verschüttet und durch Einlagerung von Kieselsäure perfekt konserviert wurden.
Man kann sogar die Strukturen von vermodertem Holz, aussehend wie bei einem
lebendigen Baum, erkennen.
Der Osten mit der Inselhauptstadt Mytilini mit regem Treiben
und Vorbereitungen auf das Osterfest, kleinen Geschäften in denen ganze Ziegen
und Schafe, Käse und die traditionelle Osterbäckerei mit rotem Ei in der Mitte
angeboten werden.
Nachdem das Kartenmaterial hier nicht so perfekt ist, sind
wir jetzt auch schon geübt im befahren von steilen, sandstraßenähnlichen
Wanderwegen, was mit unserem gemieteten Roller mit den winzigen Rädern eine
echte Herausforderung darstellt. Was übrigens auch für Ilses Steißbein gilt!
Im Süden der Olympos, ein über 900 m hoher, kahler Berg mit
Wallfahrtsort an seinem Fuße und die kleine Stadt Plomari in der wir die Nacht
in einer kleinen Pension in einem alten Haus verbrachten. Mit dem Vermieter,
einem älteren Herrn, ehemals Planer in der Stadt Mytilini und heute Produzent
von biologischem Olivenöl von 1500 Bäumen, sind wir für nächste Woche zu einem
wirklich griechischen Essen, natürlich mit Fisch, verabredet. Er teilt mit uns
die Leidenschaft für das Kochen und für hochwertige landwirtschaftliche
Produkte.