02. Oktober 2011
Wir sind in Volos angekommen. Von Skopelos sind wir in die Bucht von Volos in eine Traumbucht auf Nisis Palaio Trikeri gesegelt und haben dort einen entspannten Tag, mit baden und faulenzen, vor Anker verbracht. Abends sind wir hier her gesegelt und haben die Hafeneinfahrt trotz ausgefallenem Leuchtfeuer getroffen.
Heute berichtet Nini von ihrer Zeit mit uns.
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In der Früh leises Hantieren in der Küche und vorsichtige Schritte, die mich in meiner Koje wecken. Herbert ist dabei ganz leise Frühstück für seine Prinzessinnen zu machen. Juchhuuu, da stelle ich mich noch kurz schlafend, sonst habe ich das Gefühl mithelfen zu müssen. Einmal bin ich verwirrt aufgewacht, habe Muezzinrufe -teils per Mikrofon- vernommen, Herbert, der mit dem Beiboot frisches Brot am Festland geholt hat, klärt mich auf, dass es sich hierbei nicht um religiöse, sondern anpreisende Rufe von Händlern handelt, die ihr Obst, Gemüse und ihre Fische feilbieten. Nach dem leckeren Frühstück, bekommt noch jeder einen duftenden Kaffee. Mama macht danach die Reinigungsarbeiten und verlässt die Kajüte erst als diese seetauglich ist. Herbert faulenzt kurz und liest, dann bereitet er das Ablegen vor. Mama und Herbert lichten in Zusammenarbeit und guter Aufgabenteilung den Anker. Eine jahrelang einstudierte Betriebsamkeit.
Es ist im Segelwind doch recht kühl, dass ich nicht nackig liege, sondern in Pulli, Hose und Socken an Deck sitze. … bzw. zwischen den Bänken Platz wechsle, jedes Mal, wenn Herbert und Mama eine Wende machen, also die Segel von einer Seite auf die andere werfen und die Schieflage der Kiore Moana umdrehen. Spüre immer wieder salzige Spritzer, da ich an der Seite des Bootes bin, die nah am Wasser liegt. Herbert und Mama sind auf der Bootseite, die über die Wellen ragt, ein Stock höher als ich.
Wir segeln gemütlich dahin, plaudern viel und ich döse immer wieder mal zwischen den Wenden ein.
Mein Magen rebelliert hie und da, da mich die Wellen doch noch durchrütteln, wie ich es noch nicht gewohnt bin. Indessen Herbert und Mama sogar in der Kajüte herumturnen, waschen Weintrauben, holen Kekse, gehen aufs Klo, begleiten mich dorthin und betätigen danach die Spüle … und es wird ihnen dabei nicht schlecht, ich glaub´s ja nicht so ganz …
Sichten Frachter, neuerbaute Straßen auf Inseln und Festland, Fischzuchten, Marmorsteinbrüche, Fischerboote, aber kaum andere Segelboote – jetzt außerhalb der Haupturlaubssaison.
Oftmals fängt Mama (am Boot ist sie Chefköchin im Gegensatz zu Wien) schon vorm Anlegen mit dem Kochen an. Wie sie das mit dem Wellengang ohne Brechreiz schafft, ist und bleibt mir auch gegen Ende schleierhaft.
Wir gehen stets einer nach dem anderen ins Meer schwimmen, fragt mich nicht warum. Ich plantsche, Herbert macht eine Überprüfungsrunde um sein Boot und Mama spielt bei der Ankerkette.
Nach dem Verzehr der täglichen Haubenmahlzeit, schnappen wir unser Beiboot und Mama und Herbert rudern uns an Land, während ich auf unserem Bootsmüll sitze, den wir artgerecht entsorgen wollen. Wir drehen eine kleine Erkundungsrunde im Ort, gehen in eine W-Lan Taverne, trinken Retsina, Kaffee oder frisch gepressten Orangensaft. Herbert recherchiert per Internet Wetter und Wind, während Mama einfach das Treiben auf der Gasse beobachtet und ich in meinem Buch lese. Als es doch recht kühl wird, können wir Herbert zur Rückkehr überreden. Die beiden rudernd, ich in den Sternenhimmel schauend.
Überrascht bin ich stets, wie unglaublich müde ich am frühen Abend bin. Allein vom Entspannen, Herumliegen und sich Verwöhnen-lassen.
Ich hupfe dann gleich in meiner Koje in das Bett, schreibe meinem Lieblingsmann eine Gute Nacht SMS und bekomme nur selten mit, wenn Herbert und Mama in ihre Koje kriechen.
Das war eine wunderbar angenehme, entspannende und lustige Woche in den nördlichen Sporaden mit meinen „Alten“.